Ernährung der Hunde

 

Jeder Hundebesitzer wünscht sich gesunde, kräftige Hunde, ist sich jedoch nicht bewusst, dass die meisten Einflüsse auf die Gesundheit, über die Ernährung geschehen. Ohne sich darüber Gedanken zu machen, glauben sie daran, was Futtermittelhersteller uns alles glauben machen wollen. Natürlich ist es einfacher, einen Sack Fertigfutter zu kaufen und die Verantwortung auf die Produzenten zu schieben. Ich möchte ihnen einiges erklären und einige Denkanstösse geben.

Unsere Hunde stammen alle vom Wolf ab. Aber auch er ist kein reiner Fleischfresser; er frisst Kräuter, Gräser, Beeren, Obst und Wurzel, sowie Insekten oder auch Kot von Pflanzenfressern; bevorzugt aber grössere Beutetiere, welche er, bis auf die grösseren Knochen, mit Haut und Fell und samt einem Teil des Mageninhaltes, frisst. Dadurch bekommt der Wolf alle lebenswichtigen Nährstoffe; Eiweiss, Fett, Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Ballaststoffe.

Unsere Hunde haben ein Gebiss, mit kräftigen Eckzähnen; um Beute zu reissen und scharfkantige Backenzähne, um Knochen und Fleisch durchzubeissen. Hunde haben kein Verdauungsenzym im Speichel, wie Pflanzenfresser und produzieren vergleichsweise wenig zähflüssigen Speichel, der als Gleitmittel dient, weil die Nahrung aus eher gröberen Brocken besteht.

Der Magen eines Hundes ist im Vergleich zum Magen des Pferdes achtmal so gross (in Relation zum Gewicht). Der Mensch besitzt nur ca 10% der Salzsäure in der Magensäure und besitzt einen ph-Wert von 4 - 5. Mit Nahrung im Magen haben Hunde einen ph-Wert von unter 1. Der Schlüsselreiz für die Produktion von Verdauungssäften heisst: FLEISCH.

Im Gegensatz zum Pflanzenfresser hat der Hund einen sehr kurzen Darm. Die vollständige Verdauung von Fleisch und Knochen dauert maximal 24 Stunden; Pflanzenfresser dagegen brauchen 4-5 Tage.

Alle diese Faktoren sprechen eindeutig dafür, dass Hunde Fleischfresser sind. Eine auf Getreide basierende Fütterung ist bei dieser Spezies nicht angebracht. Grosse Getreideanteile in der Nahrung (Fertigfutter) verursachen beim Hund einige Probleme; weil der Schlüsselreiz Fleisch fehlt, werden nicht ausreichend Magensäfte produziert; Bakterien werden nicht abgetötet, Fehlgärungen können entstehen und auch Durchfall, Magendrehungen und Parasitenbefall können die Folge sein. Die Bauchspeicheldrüse ist überfordert mit der Enzymproduktion zur Verdauung von Getreide. Auf so grosse Mengen Getreide ist ihre Verdauung nicht eingestellt.

Und gekochte Nahrung ist gleich tote Nahrung. Durch Wärme behandeltes Eiweiss ist schwer verdaulich und verändert viele Aminosäure- Ketten; Vitamine und Mineralstoffe gehen verloren, Enzyme werden zerstört und die gesamte Nahrung wird so in einen unbrauchbaren Zustand gebracht.

Die mit Fertigfutter ernährten Hunde erscheinen gesund: doch oft genug kommt es zu Immunschwächen; durch Mangel an Enzymen und Aminosäuren, Antioxidantien und essentiellen Fettsäuren. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse ist gestört. Durch den entstandenen Zahnstein und chronische Entzündungen im Maul wird das Immunsystem geschwächt.

Die meisten Fertigprodukte basieren jedoch auf Getreide und dafür haben wir immer grösseren Zuwachs an Krankheiten und Allergien bei unseren Hunden. Diese vielfälltigen Erscheinungen lassen sich aber nicht alle mit Überzüchtung erklären. Ihr Organismus hatte gerade mal 60 Jahre Zeit, um sich auf Fertigfutter umzustellen, was den allgemeinen Gesundheitszustand unserer Hunde enorm verschlechterte.

Die verschiedenen Diätfutter , welche heute auf dem Markt sind (um Krankheiten, die durch Fertigfutter überhaupt erst entstanden sind, zu behandeln), sprechen eine deutliche Sprache.
Das hängt u.a. mit der nicht artgerechten Ernährung zusammen. Viele Züchter und Hundehalter suchen heute nach Alternativen zu Fertigprodukten. Eine davon möchte ich ihnen in kurzen Zügen näher bringen, das ist die sogenannte BARF Ernährung.

 

B     Biologische
A     Artgerechte
R     Rohe
F     Fütterung

 

BARF steht für den Begriff, welcher Futter beschreibt, das aus frischen Zutaten vom Hundehalter zusammengestellt und roh verfüttert wird. Dabei versucht man die Ernährung des Wolfes zu imitieren.   

Immer mehr Züchter und Hundehalter haben sich in den letzten Jahren intensiv mit der Ernährung ihrer Hunde auseinandergesetzt und sind auf diese Methode der rohen Fütterung gekommen. Mit wachsender Begeisterung werden immer mehr Hunde nach der BARF- Methode gefüttert. Halter und Züchter berichten von erstaunlichen gesundheitlichen Verbesserungen. Hautprobleme verschwinden, die Hunde besitzen mehr Energie, Hündinnen haben während der Trächtigkeit und der Welpenversorgung weniger Probleme und die Welpen wachsen langsamer und gesünder auf. Viele Probleme verschwinden oder verbessern sich nach der Umstellung auf BARF.

Die Möglichkeit einer Fehlernährung ist gegeben, wenn man nur Fleisch füttert. Zu berücksichtigen ist auch das Alter, die Rasse, der Gesundheitszustand, die Aktivität und dass der Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen in ausreichendem Masse versorgt wird. 

 

Vorurteile

Oftmals warnen Tierärzte und Futtermittelhersteller vom Füttern mir rohem Fleisch und Knochen. Rohes Fleisch sei gefährlich, der Parasiten und Salmonellen wegen und Knochen seien lebensgefährlich; nur durch Fertigfutter könne der Nährstoffbedarf des Hundes gedeckt werden

Doch die Verdauung von Hunden ist auf Fleisch und Knochen eingestellt; mit Salmonellen und anderen Bakterien wird ein gesunder Organismus problemlos fertig. Da durch den Schlüsselreiz Fleisch genügend  Verdauungssäfte produziert werden, verdaut der Hund Knorpel, Knochen und Fleisch ohne Schwierigkeiten, schädliche Bakterien werden vernichtet und Parasitenbefall kommt äusserst selten vor.

 

Vorteile

- kein Zahnstein
- kein übler Mundgeruch
- weniger Parasiten
- starkes Immunsystem
- kleine Kotmengen
- starke Bänder und Sehnen
- bessere Muskulatur
- Erleichterungen bei arthritischen Erkrankungen
- weniger Wachstumsprobleme
- drastische Reduzierung des Risikos einer Magendrehung
- schönes, gesundes, glänzendes Fell
- Ausgeglichenheit

Und seien sie doch mal ehrlich, versorgen sie sich selbst jeden Tag in genügendem Masse mit allen notwendigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen? Ist es nicht vielmehr so, das dies über einen gewissen Zeitraum geschieht?

Die Ausgewogenheit findet auch in dieser Methode über mehrere Wochen statt, so wie in der Natur auch, desswegen ist überhaupt nichts schlimmes dabei, wenn der Hund eine Weile etwas einseitig frisst, die Hauptsache dabei ist, abwechslungsreich.

 

Ängste

Viele Hundehalter fürchten sich davor, auf BARF umzustellen und glauben es brauche viel mehr Zeit und den Hunden könnte etwas fehlen. "Neuanwender" neigen auch dazu, zu viele Ergänzungsmittel beizumischen, doch mit der Zeit legen sich die Befürchtungen und auch der Zeitaufwand wird geringer.

 

Planung

Da Hunde sehr verschieden sind, muss der Ernährungsplan auf jeden einzelnen Hund abgestimmt werden. Manche mögen kein Gemüse oder Innereien, andere vertragen kein Getreide oder können anfangs Fleisch und Knochen nicht ohne weiteres verdauen.

Fleisch und Knochen sollten in möglichst grossen Stücken gefüttert werden. Das Kauen und Nagen ist wichtiger Bestandteil der Zahnpflege.
Fleisch und Getreide sollte nicht gemischt werden; es könnte zu Blähungen kommen.
Es ist besser 2x täglich zu füttern und Zutaten zu trennen, weil die Gefahr einer Magendrehung wesentlich verringert wird.

Einen Tag fleischlos füttern, am nächsten Tag fasten. Sollte ein Hund das Fasten nicht so gut vertragen (meistens sind es jedoch die Besitzer, die nicht zuschauen können, wie ihr Liebling "hungert"), genügt es einen Tag fleischlos zu füttern. Das Gemüse kann alleine als Mahlzeit gefüttert werden oder zum Fleisch beigeben. Es gibt Hunde, die Gemüse nicht so gerne mögen, in diesem Fall , mischen sie Thunfisch darunter oder pürieren das Gemüse mit Leber.

 

Wenn wir davon ausgehen, dass der Hund 2x täglich gefüttert wird, sieht das für eine Woche so aus:

 

6 Mahlzeiten aus Fleisch / Knochen

 

3 Mahlzeiten Fleisch / Gemüse / Obst

 

3 Mahlzeiten Getreide / Milchprodukte / Obst

 

2 Mahlzeiten Fasten

 

Bei getreidefreier Fütterung sollte das Gemüse 10-25% betragen, Fleisch und Knochen 75-90%. Der Knochenanteil sollte 30% der Gesamtration nicht übersteigen.

 

Getreidemahlzeit: Flocken mit Buttermilch, Ziegenmilch oder Karottensaft, ab und zu ein Ei oder Hüttenkäse, Joghurt, Speisequark usw. Bitte nehmen sie niemals Kuhmilch!
Getreide kann durchaus weggelassen werden. Allergische, krebskranke und arthritische Hunde sollte man getreidefrei füttern.

 

Milchmahlzeit: J oghurt, Quark, Buttermilch Kefir mit Obst etwas Honig und gemahlene Nüsse.

 

Fleischmahlzeit: Fleisch und Knochen mit Kräuter und Ölmischung.

 

Gemüsemahlzeit: frisches Gemüse und Grünzeug, oder sehr leicht gedünstet, mit Leber, Joghurt oder Hüttenkäse und 1-2 Teelöffel Öl.

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Was darf ich Füttern?

 

Flocken: Hafer, Gerste, Hirse, Amaranth, Roggen, Weizenkleie, Kokosflocken, Maisgries. Immer genug lange in Flüssigkeit quellen lassen.

 

Fleisch / Knochen

Rind: Muskelfleisch, Herz, Milz, Niere, Pansen, Blättermagen, Leber, Schlund, Kopffleisch, alle Knochen, bevorzugt die weicheren.

 

Lamm: wie Rind, aber ohne Magen.

 

Geflügel: ganze Hühner, Hälse, Rücken, Trutenhälse(Pute)etc. Bitte nur roh füttern!

 

Fische: ganze Fische nur roh!

 

Eier: ganze Eier , roh, mit Schale.

 

Innereien: 1-2x /Woche Leber, 1-2x /Woche Pansen.

 

Schweinefleisch: meiden, oder nur gut abgekocht verfüttern.

 

Gemüse-Salate: Karotten, Zucchini, Sellerie, Broccoli, Kürbis, Keimlinge; Brennessel, Lattich, Nüssler(Feldsalat), es gilt, je grüner, je besser!

 

Rohe Kartoffel und Bohnen, Avocado und Zwiebeln meiden!

 

Obst: Äpfel, Birnen, Bananen, Trauben, Apfelsinen, Kiwis, Beeren, usw.

 

Kräuter: Seealgenmehl, Alfalfa, Brennessel, Dill, Löwenzahn, Borretsch, Petersilie, Luzerne usw.

 

Öle: Fischöl, Distelöl, Olivenöl, Leinsamenöl, Borretschöl, Nachtkerzenöl, immer abwechselnd. Lebertran ( Vit. A+D ) 1Teel. 1-2x /Woche, vor allem im Winter.

 

Vitamine:

Vitamin C - 100-500mg täglich
Vitamin E  - 20-80mg 3-4x /Woche
B Komplex - bei Stress oder krankhaften Zuständen

1x /Woche eine Prise Meersalz
3x /Woche 1 Knoblauchzehe

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Wieviel muss ich füttern?

Die Regel ist, 2% des Körpergewichtes des Hundes. Allerdings muss man das Alter, die Rasse ,die Aktivität, das Klima und den Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigen.


z.B. Gewicht des Hundes =    27kg   = 2 x 270g
                                           45kg   = 2 x 450g


Ein alter Hund braucht bestimmt nicht mehr so viel Futter, wie ein jüngerer Hund, ein sehr aktiver Hund braucht mehr als ein ruhiger Hund. Darum müssen sie die Futterrationen den Bedürfnissen der Hunde anpassen.
Ein Hund sollte nie ganz satt sein, das fördert die Trägheit und tiefen Schlaf.


Wenn sie sich noch ausführlicher informieren möchten, gibt es einige interessante Internetseiten

www.barfers.de  BARF und Naturheilpraktik für Hunde
www.futterfibel.de  Seite über artgerechte, natürliche Ernährung
http://surf.agri.ch/dierauer  HP von Silvia Dierauer; BARF und Bouviers